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Ratgeber · Großhandel

Ihre Kunden googeln Ihren Namen, nicht Ihre Branche

In den letzten 90 Tagen haben 561 Menschen die Website eines deutschen Blumengroßhandels über die Google-Suche aufgerufen. 525 davon hatten den Firmennamen eingegeben. Über Branchenbegriffe wie „Blumengroßhandel“ kamen 36 — sechs Prozent.

Das liest sich wie ein schlechtes Ergebnis. Es ist aber das normale und, richtig verstanden, das richtige: Im Großhandel entsteht Kundschaft über Empfehlung, Messe und Vertreter — nicht über eine Suchmaschine. Die Frage ist nur, was die Website dann eigentlich tun soll.

Stand: Preise und Marktbeobachtungen in diesem Text altern. Wenn der Stand älter als ein Jahr ist, fragen Sie lieber nach.

Die Seite ist der Beleg, nicht der Köder

Ein Florist, der einen neuen Lieferanten sucht, fragt zuerst Kollegen. Er hört einen Namen, vielleicht auf einer Messe, vielleicht am Telefon. Und dann tut er das, was heute jeder tut: Er gibt den Namen bei Google ein und sieht nach, mit wem er es zu tun bekommt.

In diesem Moment entscheidet Ihre Website — nicht darüber, ob er Sie findet, sondern ob er Sie ernst nimmt. Eine Seite von 2014 mit drei Fotos und einer Faxnummer beantwortet die Frage auf ihre Weise. Eine Seite, die Sortiment, Liefergebiet und Ansprechpartner zeigt, beantwortet sie anders.

Das ist der Grund, warum 94 Prozent Markensuche kein Makel sind: Diese Menschen kannten den Namen schon. Die Website hat sie nicht angelockt — sie hat sie überzeugt oder verloren.

Die zweite Zahl, die niemand anschaut

Es gibt in denselben Daten eine Zahl, die der ersten zu widersprechen scheint. Bei den Einblendungen — also den Fällen, in denen die Seite in einer Ergebnisliste überhaupt erschien — kehrt sich das Verhältnis um:

Blumen Osterkamp, 90 Tage bis 27.09.2026
MarkensucheBranchensuche
Klicks525 (94 %)36 (6 %)
Einblendungen2.876 (37 %)4.843 (63 %)

Die Seite erscheint also durchaus bei Branchensuchen, und zwar fast 5.000 Mal im Quartal. Sie wird nur nicht angeklickt. Der Grund steht in derselben Auswertung: Für „Blumengroßhandel“ liegt sie auf Position 12 — also auf Seite zwei, die kaum jemand aufruft.

Daraus folgt nicht, dass man nichts tun kann. Es folgt, dass man wissen muss, welche Plätze erreichbar sind und welche nicht.

Gegen wen Sie antreten

Die großen Branchenbegriffe sind teuer umkämpft — und zwar nicht von anderen Großhändlern, sondern von Versandhändlern und Portalen mit Werbebudget.

Monatliche Suchanfragen in Deutschland, September 2026
SuchbegriffAnfragen/MonatWettbewerb
blumengroßhandel1.900hoch
blumen großhandel880hoch
floristenbedarf720hoch
blumengroßhandel für privatkunden720hoch
blumengroßhandel in der nähe320niedrig

Die letzte Zeile ist die interessante. „In der Nähe“ hat ein Zehntel des Volumens der ersten — aber den geringsten Wettbewerb, und es ist der einzige dieser Begriffe, bei dem ein regionaler Betrieb strukturell im Vorteil ist. Ein Versandhändler ist nirgends in der Nähe. Sie schon.

Wer etwas tun will, tut es hier: Liefergebiet und Standorte so benennen, dass die Orte wirklich auf der Seite stehen. Nicht „wir liefern im gesamten Rheinland“, sondern die Städte, in die der Wagen tatsächlich fährt.

Der Punkt, der Sie Zeit kostet

720 Menschen suchen jeden Monat nach „Blumengroßhandel für Privatkunden“, weitere 590 nach „Floristenbedarf für Privatkunden“. Das sind über 1.300 Anfragen monatlich von Leuten, die günstig einkaufen wollen und nicht wissen, dass der Großhandel nicht an sie verkauft.

Bei Blumen Osterkamp taucht genau dieser Begriff in den Daten auf — mit 169 Einblendungen im Quartal. Jede davon ist eine potenzielle Anfrage, die jemand beantworten muss, und fast jede führt zu nichts.

Die Lösung ist ein Satz auf der Seite, der die Frage vorweg beantwortet: an wen Sie liefern, ab welcher Menge, ob eine Gewerbeanmeldung nötig ist. Das kostet Sie nichts und spart Ihrem Büro Telefonate. Wer umgekehrt doch an Privatkunden abgibt, hat hier ein erreichbares Feld mit belegter Nachfrage vor sich — auch das eine Entscheidung, aber eine bewusste.

Was auf eine Großhandels-Seite gehört

Nicht viel, aber das Richtige. Ein Florist, der Sie prüft, hat vier Fragen — und wenn eine davon offen bleibt, ruft er beim Nächsten an.

  1. Liefern Sie zu mir?

    Liefergebiet mit echten Ortsnamen, Liefertage, Abholzeiten. Die häufigste Frage und die am häufigsten unbeantwortete.

  2. Was haben Sie?

    Sortimentsbereiche mit aktuellen Bildern. Kein Shop nötig — ein Florist will sehen, womit er rechnen kann, nicht online bestellen.

  3. An wen verkaufen Sie?

    Gewerbe, Mindestmengen, Konditionen. Der Satz, der die Privatkunden-Anfragen vorher abfängt.

  4. Mit wem rede ich?

    Ansprechpartner mit Namen, Durchwahl, Foto. Im Großhandel ist das Geschäft persönlich — die Seite sollte das nicht verstecken.

Was Sie realistisch erwarten dürfen

Keine Flut neuer Kunden über Google. Die Nachfrage nach Branchenbegriffen ist da, aber die vorderen Plätze gehören Anbietern mit anderem Budget, und „Blumengroßhandel“ bringt Ihnen selbst auf Seite eins keine dreistelligen Besucherzahlen.

Was Sie erwarten dürfen: dass jeder, dem Ihr Name genannt wird, innerhalb von zehn Sekunden versteht, was Sie liefern und wie er Sie erreicht. Dass die Anfragen, die kommen, besser vorbereitet sind. Dass Sie in der Region gefunden werden, wo ein Versandhändler nicht mithalten kann. Und dass Sie aufhören, Zeit mit Anfragen zu verbringen, die nie zu einem Auftrag führen.

Bei Blumen Osterkamp ist aus diesem Weg ein Kunde entstanden, der inzwischen regelmäßig bestellt. Einer. Das ist keine Zahl für eine Werbeanzeige — aber im Großhandel ist ein regelmäßiger Kunde eine Größenordnung, bei der sich eine Website bezahlt macht.

Die vollständigen Zahlen dieses Projekts, einschließlich dessen, was nicht funktioniert hat, stehen in der Fallstudie. Was eine solche Seite kostet, steht in den Paketen.

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