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Ratgeber · Sichtbarkeit

Warum Ihr Google-Profil wichtiger ist als Ihre Website

Wenn jemand in Ihrer Stadt Blumen braucht, tippt er selten den Namen eines Ladens ein. Er tippt „Blumenladen in meiner Nähe“ — und zwar rund 165.000 Mal im Monat, deutschlandweit. Zählt man die verwandten Formulierungen dazu, sind es über eine halbe Million Suchanfragen monatlich.

Was diese Menschen dann sehen, ist keine Website. Es ist eine Karte mit drei Einträgen. Welche drei das sind, entscheidet Ihr Google-Unternehmensprofil — ein kostenloser Eintrag, den fast jeder Laden hat und fast niemand vollständig ausfüllt.

Stand: Preise und Marktbeobachtungen in diesem Text altern. Wenn der Stand älter als ein Jahr ist, fragen Sie lieber nach.

Warum das Profil vor der Website kommt

Das klingt aus dem Mund von jemandem, der Websites baut, seltsam — ist aber so. Eine Website erreicht, wer Sie schon kennt oder gezielt sucht. Das Profil erreicht, wer nur weiß, dass er Blumen braucht. Für einen Laden mit Laufkundschaft ist das die deutlich größere Gruppe.

Dazu kommt die Reihenfolge auf dem Bildschirm. Bei einer Suche mit Ortsbezug steht die Kartenansicht über den normalen Ergebnissen. Wer dort nicht auftaucht, wird auch mit der besten Website erst weiter unten gefunden — oder gar nicht, weil die meisten Menschen aus den ersten drei Einträgen wählen.

Monatliche Suchanfragen in Deutschland, September 2026
SuchbegriffAnfragen/Monat
blumen in meiner nähe246.000
blumenladen in meiner nähe165.000
blumenladen in der nähe90.500
florist in meiner nähe22.200

Zum Vergleich: Nach „Website Blumenladen“ wird zehnmal im Monat gesucht. Die Nachfrage liegt nicht dort, wo ein Betrieb sie vermutet — sie liegt bei den Menschen, die einen Strauß wollen.

Was „vollständig“ wirklich heißt

Ein Profil gilt bei Google nicht als gut, weil es existiert, sondern weil es Fragen beantwortet. Die folgenden Angaben sind die, die in der Praxis den Unterschied machen — in dieser Reihenfolge.

Kategorie. Die Hauptkategorie bestimmt, bei welchen Suchen Sie überhaupt in Frage kommen. „Blumengeschäft“ ist etwas anderes als „Gärtnerei“ oder „Geschenkeladen“, und wer die falsche gewählt hat, fehlt in der richtigen Liste. Nebenkategorien ergänzen, ersetzen die Hauptkategorie aber nicht.

Öffnungszeiten, und zwar die echten. Eine veraltete Zeit kostet mehr als eine fehlende: Wer vor verschlossener Tür steht, kommt nicht wieder und schreibt womöglich eine Bewertung darüber.

Fotos, die aus diesem Jahr stammen. Sträuße und Gestecke, nicht nur die Ladenfassade. Bilder sind für viele die einzige Vorschau auf Ihre Handschrift, bevor sie sich entscheiden.

Leistungen und Produkte. Trauerfloristik, Hochzeiten, Abo, Lieferung, Pflanzenpflege — was nicht dasteht, wird nicht gesucht und nicht gefunden.

Vier Dinge, die nur Blumenbetriebe betreffen

Die allgemeinen Ratschläge zum Thema stehen im Netz zu Tausenden. Diese vier stehen dort selten, weil sie nur für Ihre Branche gelten.

Feiertage sind Ihr Geschäft, nicht Ihre Pause. An Muttertag, Valentinstag und Allerheiligen zeigt Google bei vielen Betrieben die regulären Zeiten oder einen Feiertagshinweis, der nicht stimmt. Genau an diesen Tagen entscheidet die angezeigte Öffnungszeit über den Umsatz. Sonderzeiten lassen sich im Voraus eintragen — am besten einmal im Januar für das ganze Jahr.

Ihre Ware wechselt, Ihre Fotos sollten es auch. Ein Profil mit Adventsgestecken im Juni wirkt verlassen. Vier Aktualisierungen im Jahr, zu den Jahreszeiten, reichen völlig — das ist weniger Aufwand als ein Sozialmedien-Konto und wirkt an dieser Stelle stärker.

Bewertungen sind heikler als anderswo. Ein erheblicher Teil Ihrer Arbeit hängt an Trauerfällen. Dort um eine Bewertung zu bitten, verbietet sich. Fragen Sie stattdessen nach Hochzeiten, Firmenaufträgen und Abos — dort ist die Bitte angemessen und wird meist erfüllt.

Lieferung ist eine eigene Angabe. Ob Sie ausliefern und in welchem Umkreis, ist für viele der Grund, Sie zu wählen oder wegzuklicken. Diese Information gehört ins Profil, nicht nur ins Schaufenster.

Sieben Fragen an Ihr eigenes Profil

Rufen Sie Ihren Laden bei Google auf, so wie ein Kunde es täte, und gehen Sie die Liste durch. Jedes Nein ist ein Punkt, der sich an einem Vormittag erledigen lässt.

  1. Stimmt die Hauptkategorie?

    Steht dort „Blumengeschäft“ oder etwas Ungenaues wie „Geschenkeladen“? Die Hauptkategorie entscheidet, bei welchen Suchen Sie überhaupt erscheinen.

  2. Sind die Öffnungszeiten heute korrekt?

    Nicht „ungefähr“, sondern heute. Prüfen Sie zusätzlich, was für den nächsten Feiertag hinterlegt ist.

  3. Ist das neueste Foto jünger als drei Monate?

    Wenn nicht, wirkt der Laden geschlossen. Vier Aktualisierungen im Jahr genügen, aber sie müssen stattfinden.

  4. Stehen Ihre Leistungen einzeln da?

    Trauerfloristik, Hochzeit, Lieferung, Abo. Was nicht dasteht, taucht in keiner passenden Suche auf.

  5. Haben Sie in den letzten sechs Monaten eine Bewertung bekommen?

    Ein Profil ohne neue Bewertungen wirkt eingeschlafen. Fragen Sie nach Hochzeiten und Firmenaufträgen — nie nach Trauerfällen.

  6. Haben Sie auf die letzte Bewertung geantwortet?

    Antworten werden mitgelesen, gerade bei Kritik. Eine sachliche Antwort wiegt mehr als die Bewertung selbst.

  7. Führt der Link im Profil irgendwohin?

    Viele Profile verweisen auf eine Seite, die es nicht mehr gibt, oder auf gar nichts. Dann endet das Interesse genau hier.

Wo das Profil aufhört

Das Profil beantwortet drei Fragen: Wo sind Sie, wann haben Sie offen, wie sieht es bei Ihnen aus. Das reicht für den Strauß zwischendurch. Es reicht nicht für die Anfrage, bei der es um Geld geht.

Wer eine Hochzeit plant, ein Trauergesteck in Auftrag gibt oder als Firma ein wöchentliches Abo sucht, will mehr sehen als vier Fotos und eine Telefonnummer. Er will wissen, wie Sie arbeiten, was es ungefähr kostet und wie er Sie erreicht, ohne anzurufen. Dafür braucht es eine Seite, die diese Fragen beantwortet — und den Link im Profil, der dorthin führt.

Die Reihenfolge bleibt trotzdem: erst das Profil in Ordnung bringen, dann die Seite. Ein gepflegtes Profil ohne Website bringt Ihnen Kundschaft. Eine Website ohne gepflegtes Profil findet kaum jemand.

Wie eine solche Seite für einen Blumenbetrieb aussieht, steht in der Fallstudie zu Blumen Osterkamp. Was sie kostet, rechnet der Beitrag „Was kostet eine Website für einen Blumenladen?“ durch.

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