Warum die Spanne so breit ist
Eine Website ist kein Produkt mit Listenpreis, sondern ein Auftrag mit Umfang. Zwischen einer Seite, die Öffnungszeiten, Anfahrt und eine Telefonnummer zeigt, und einer Seite, die Sortiment nach Anlass gliedert, Trauerfloristik erklärt, Hochzeitsanfragen aufnimmt und drei Filialen abbildet, liegt der Faktor drei — bei gleicher Qualität der Arbeit.
Dazu kommt, dass sehr unterschiedliche Anbieter dieselbe Frage beantworten: Ein Baukasten verkauft Software, ein Abo-Anbieter verkauft eine Laufzeit, ein Studio verkauft Arbeitszeit. Diese drei lassen sich nicht über den Preis vergleichen, sondern nur darüber, was sie Ihnen abnehmen und was bei Ihnen liegen bleibt.
Drei Wege, eine Website zu bekommen
Die folgenden Angaben sind Marktbeobachtungen, keine Preisliste. Sie sollen Ihnen helfen, ein konkretes Angebot einzuordnen, das vor Ihnen auf dem Tisch liegt.
Selbst bauen im Baukasten
- Was es kostet
- Die Software kostet in den gängigen Tarifen etwa 10 bis 30 Euro im Monat, inklusive Domain und Hosting. Dazu kommt Ihre Arbeitszeit — realistisch ein bis zwei volle Arbeitstage für den ersten Stand, wenn Sie ohne Vorkenntnisse anfangen.
- Was Sie dafür bekommen
- Eine Seite, die online ist, technisch läuft und die Sie jederzeit selbst ändern können. Vorlagen, ein Bildarchiv, Formulare und rechtliche Textbausteine sind meist dabei.
- Passt zu Ihnen, wenn
- Sie haben einen Laden ohne Filialen, gute Fotos vom Handy, Freude an solchen Aufgaben und eine ruhige Woche im Januar. Und Sie sehen die Website als Visitenkarte, nicht als Vertriebsweg.
- Der Haken
- Die Zeit ist der eigentliche Preis, und sie fällt nicht einmal an, sondern immer wieder. Vorlagen sehen aus wie Vorlagen, Texte schreibt Ihnen niemand, und bei Suchmaschinen und Ladezeit sind Sie auf sich gestellt.
Monatsabo bei einer Agentur
- Was es kostet
- Verbreitet sind ungefähr 50 bis 150 Euro im Monat bei 12 bis 36 Monaten Laufzeit, oft ohne oder mit kleiner Anzahlung. Nach der Mindestlaufzeit läuft das Abo in der Regel weiter, bis jemand kündigt.
- Was Sie dafür bekommen
- Gebaute Seite plus Betrieb: Hosting, Domain, Updates, Sicherheitspatches, Erreichbarkeit bei Problemen und meist ein Kontingent für kleine Änderungen. Das ist echter Gegenwert und wird beim Vergleich oft unterschlagen.
- Passt zu Ihnen, wenn
- Sie wollen keine größere Summe auf einmal ausgeben, keine eigene technische Verantwortung tragen und einen festen Ansprechpartner haben, den Sie ohne neues Angebot anrufen können.
- Der Haken
- Über die Jahre ist es der teuerste Weg, und in einigen Verträgen gehört die Seite am Ende nicht Ihnen. Zwei Fragen vor der Unterschrift: Was passiert bei Kündigung mit Domain, Inhalten und Seite — und was kostet eine Änderung, die nicht im Kontingent steckt.
Einmaliger Festpreis
- Was es kostet
- Für einen Blumenladen üblicherweise 1.500 bis 5.000 Euro einmalig, je nach Umfang. Laufend kommen Domain, Hosting und Postfächer dazu — je nach Anbieter etwa 10 bis 30 Euro im Monat, unabhängig davon, wer die Seite gebaut hat.
- Was Sie dafür bekommen
- Eine Seite, die auf Ihren Betrieb zugeschnitten ist: eigene Struktur, eigene Texte, Ihre Fotos, Ihre Anfragewege. Sie gehört Ihnen, mitsamt Domain und Inhalten.
- Passt zu Ihnen, wenn
- Sie sehen die Website als Anschaffung wie eine Kühlzelle oder einen Transporter: einmal zahlen, dann nutzen. Und Sie wollen eine Seite, die nach Ihrem Laden aussieht und nicht nach einer Vorlage.
- Der Haken
- Die Summe fällt auf einmal an, und Support ist nicht automatisch enthalten. Klären Sie vorher, was nach dem Start dabei ist: Wer pflegt Öffnungszeiten, wer kümmert sich um Updates, was kostet eine neue Seite in zwei Jahren.
Die laufenden Kosten gibt es auf allen drei Wegen
Eine Website ist nie fertig bezahlt, weil sie nie stillsteht. Domain, Speicherplatz, Postfächer, Verschlüsselung und Sicherheitsaktualisierungen laufen weiter, egal ob Sie einmal oder monatlich gezahlt haben. Der Unterschied liegt nur darin, ob diese Posten in Ihrer Rechnung sichtbar sind oder im Abopreis verschwinden.
Wer einen Festpreis mit einem Abo vergleicht und die laufenden Kosten nur auf einer Seite ansetzt, rechnet sich das Ergebnis zurecht. Deshalb stehen sie im Beispiel unten auf beiden Seiten.
Ein Rechenbeispiel über fünf Jahre
Fünf Jahre sind ein fairer Zeitraum: So lange hält eine ordentlich gebaute Seite inhaltlich und gestalterisch durch, bevor eine größere Überarbeitung ansteht.
| Weg | Einmalig | Pro Jahr | Fünf Jahre |
|---|---|---|---|
| Baukasten selbst gebaut | 0 Euro | 180 Euro | 900 Euro |
| Monatsabo | 0 Euro | 1.188 Euro | 5.940 Euro |
| Festpreis plus Betrieb | 2.500 Euro | 180 Euro | 3.400 Euro |
Die Tabelle beweist nicht, dass ein Weg besser ist. Sie zeigt nur, wo die Kurven sich kreuzen: Bis etwa zum dritten Jahr ist das Abo die kleinere Belastung, danach dreht es. Der Baukasten ist in Geld unschlagbar — bezahlt wird er in Abenden.
Rechnen Sie einmal nach, was ein Ladentag bei Ihnen einbringt, und halten Sie die 900 Euro daneben. Wenn der Aufbau Sie zwei Tage kostet und die Pflege alle paar Wochen einen Abend, ist der billigste Weg schnell nicht mehr der billigste.
Was den Preis wirklich treibt
Wenn zwei Angebote weit auseinanderliegen, liegt es fast nie am Stundensatz. Es liegt an diesen fünf Punkten — und die können Sie vor dem Erstgespräch selbst durchgehen.
Die Seitenzahl. Fünf Seiten sind ein anderes Projekt als fünfzehn. Jede zusätzliche Seite braucht Struktur, Text, Bilder und einen Platz in der Navigation. Überlegen Sie vorher, welche Themen wirklich eine eigene Seite verdienen: Trauerfloristik und Hochzeit meistens ja, das Team eher selten.
Die Fotos — der größte versteckte Posten. Und ausgerechnet in der Floristik der schwierigste. Ihre Ware ist am Abend nicht mehr dieselbe wie am Morgen, sie wechselt mit jeder Saison, und die Sträuße, die am besten aussehen, sind mittags verkauft. Wer keine brauchbaren Aufnahmen hat, braucht einen halben bis ganzen Fototag mit Vorbereitung im Laden — und das ist in vielen Angeboten der Posten, der später nachkommt. Fragen Sie deshalb ausdrücklich, ob Fotografie enthalten ist oder ob Sie liefern.
Die Anfragestrecken. Ein Kontaktformular ist schnell gebaut. Eine Strecke, die für einen Trauerauftrag die richtigen Fragen stellt — Termin, Ort, Preisrahmen, Bandschleife, Text — und die Antworten so sortiert zustellt, dass Sie damit direkt arbeiten können, ist Arbeit. Dafür ist sie der Teil der Seite, der Ihnen Telefonzeit spart.
Standorte und Liefergebiet. Ein Laden ist einfach. Zwei Läden mit unterschiedlichen Öffnungszeiten, eigenem Team und eigenem Liefergebiet sind fast zwei Projekte, weil jede Filiale ihre eigene auffindbare Seite braucht.
Die Texte. Der Posten, den fast alle unterschätzen. Entweder schreiben Sie selbst — dann rechnen Sie mit mehreren Abenden und einem zähen Anfang — oder jemand schreibt für Sie, dann gehört ein Gespräch über Ihren Betrieb dazu. Ein Angebot, das Texte einfach voraussetzt, wird später teuer oder die Seite bleibt halb leer.
Kleinunternehmer: warum bei uns keine Umsatzsteuer dazukommt
flowerfolio ist eine Marke von Studio OK, und Studio OK ist Kleinunternehmer nach Paragraf 19 Umsatzsteuergesetz. Das heißt: Auf unseren Rechnungen steht keine Umsatzsteuer. Der Betrag im Angebot ist der Betrag, den Sie überweisen.
Das ist kein Rabatt, aber es ist ein echter Unterschied. Auf ein Angebot über 2.000 Euro schlägt eine regelbesteuerte Agentur 19 Prozent Umsatzsteuer auf — 380 Euro, also 2.380 Euro brutto. Bei uns bleibt es bei den 2.000 Euro.
Wichtig ist die Einschränkung: Dieser Vorteil gilt nur, wenn Sie die Vorsteuer nicht abziehen können. Sind Sie regelbesteuert — und das sind die meisten Blumenläden — holen Sie sich die 285 Euro über die Umsatzsteuervoranmeldung ohnehin zurück, und der Unterschied ist für Sie nur ein zeitlicher. Für Betriebe in der Kleinunternehmerregelung und für private Auftraggeber ist es dagegen bares Geld. Fragen Sie im Zweifel Ihre Steuerberatung, bevor Sie das in einen Vergleich einrechnen.
Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen
Ein gutes Angebot beantwortet vier Fragen, ohne dass Sie nachhaken müssen: Wie viele Seiten sind gemeint, wer liefert Fotos und Texte, was passiert nach dem Start, und wem gehören Domain, Inhalte und Seite am Ende. Wenn eine dieser Antworten fehlt, ist der Preis darunter keine Zusage, sondern ein Einstieg.
Und was kostet es bei uns
Für Blumenläden, Floristik und Gärtnereien nennen wir bewusst keine Liste und keinen Einstiegsbetrag. Der Grund ist einfach: Jede Zahl, die hier stünde, läse sich als Untergrenze — und ein Laden, für den eine gut gemachte einzelne Seite genau das Richtige wäre, würde gar nicht erst anrufen. Sagen Sie uns stattdessen, welcher Rahmen für Sie machbar ist. Wir sagen Ihnen, was darin geht, nennen dann einen Festpreis und halten ihn. Keine Stundenabrechnung, keine Nachträge für Dinge, die vorher besprochen waren.
Was für Ihren Betriebstyp dazugehört und wie der Ablauf aussieht, steht auf der Seite Website für Blumenläden. Wenn Sie lieber zuerst sehen wollen, was so eine Seite messbar bewirkt, lesen Sie die Fallstudie zu Blumen Osterkamp — mit Zahlen aus der Google Search Console und allem, was diese Zahlen nicht belegen.