Fallstudie · Blumengroßhandel
Vier Monate nach dem Start: 414 Besuche aus der Google-Suche
Die Herbert Osterkamp GbR ist ein Blumengroßhandel in Kalkar am Niederrhein, im Betrieb seit 1973. Im Mai 2026 ging die neue Website online. Was seitdem messbar passiert ist — mit allem, was die Zahlen nicht hergeben.
Auswertungszeitraum 3. Mai bis 19. August 2026. Quelle: Google Search Console, Property www.blumen-osterkamp.de, Abruf 22.08.2026.
- Klicks aus der Google-Suche
- 414
- Einblendungen bei Google
- 5.882
- Klickrate
- 7,0 %
- Durchschnittliche Position
- 8,0
Tatsächliche Besuche über unbezahlte Suchergebnisse im gesamten Zeitraum.
So oft erschien die Seite in einer Ergebnisliste.
Anteil der Einblendungen, die zu einem Besuch wurden. Der Wert liegt über dem, was für Position 8 üblich ist — das liegt am hohen Anteil an Markensuchen.
Seite 1 der Ergebnisse, aber im unteren Drittel. Nach oben ist Luft.
Die Domain gibt es seit Jahren — das Internet Archive erfasst sie seit 2013. Neu ist die Website, nicht die Adresse. Die Search Console wurde allerdings erst zum 3. Mai 2026 eingerichtet, Zahlen der alten Seite liegen deshalb nicht vor. Aussagen wie „x-mal mehr als mit der alten Website“ sind damit nicht belegbar und stehen nirgends auf dieser Seite. Was die Zahlen zeigen, ist der Verlauf nach dem Relaunch — auf einer Adresse, die es lange vorher schon gab.
Ausgangslage
Ein eingeführter Betrieb, den online kaum jemand fand.
Die Herbert Osterkamp GbR beliefert seit 1973 Floristen und Fachgeschäfte am Niederrhein mit Schnittblumen. Das Geschäft lief über Telefon, Fax und persönliche Beziehungen — belastbar, aber ohne jeden Weg für jemanden, der den Betrieb noch nicht kannte.
In eigener Sache: Das ist der Betrieb meines Bruders Jan Henric Osterkamp. Ein Familienprojekt ist keine neutrale Referenz — deshalb steht es hier und nicht im Kleingedruckten. Die Zahlen darunter stammen trotzdem aus derselben Google Search Console wie bei jedem anderen Projekt und sind mit seiner Freigabe veröffentlicht. Der zweite Betrieb, Krah + Simon, ist ein Kunde ohne jede Verbindung zur Familie.
Für die alte Website gibt es keine Suchdaten. Die Search Console beginnt erst mit der neuen Seite im Mai 2026. Deshalb gibt es hier keinen Vorher-Nachher-Vergleich, sondern einen Verlauf ab dem ersten Messtag.
Umsetzung
Was gebaut wurde.
Eine mehrseitige Website mit Sortimentsübersicht, angebundenem Webshop, Standort- und Karriereseiten. Technisch als Next.js auf Vercel, mit vollständigem Suchmaschinen-Setup: eigene Titel je Seite, strukturierte Daten, Sitemap, Search Console und Verknüpfung mit dem Google-Unternehmensprofil.
Der Schwerpunkt lag auf zwei Fragen, die ein neuer Kunde zuerst stellt: Was gibt es, und wie bestelle ich? Genau diese beiden Seiten tragen heute den größten Teil der Besuche.
Wer kam, und worüber
Knapp die Hälfte kannte den Betrieb schon.
Das ist der wichtigste Satz dieser Auswertung, und er steht bewusst vor allen anderen Zahlen.
188 Klicks
Suche nach dem Namen
Die stärkste Suchanfrage war „osterkamp blumen“ — Menschen, die den Betrieb bereits kannten. Das belegt, dass die Seite gefunden wird, nicht dass sie Neukunden bringt.
226 Klicks
Suche nach der Sache
Menschen, die nicht nach dem Betrieb gesucht haben, sondern nach dem, was er anbietet. Das ist die Zahl, an der sich eine neue Website messen lassen muss.
Welche Seiten die Besuche geholt haben
Nicht die Startseite trägt den Verkehr, sondern die Seiten, die konkret zeigen, was es gibt und wie man bestellt.
- Produktübersicht189
Der stärkste Einstieg.
- Webshop97
Klickrate 12,44 % — wer ihn in der Ergebnisliste sieht, geht fast doppelt so oft hin wie im Seitenschnitt.
- Startseite57
- Karriere22
- Standortseite Münster20
- Fakten15
Was nicht funktioniert hat wie erhofft: die Ortsseiten
Für einzelne Städte im Liefergebiet gibt es eigene Seiten. Sie erzeugten 1.476 Einblendungen — aber nur 26 Besuche. Das sind 1,8 % Klickrate, gegenüber 12,44 % beim Webshop. Am besten lief Münster mit 20 Besuchen.
Ortsseiten arbeiten langsam. Sie bauen Sichtbarkeit in Regionen auf, in denen der Betrieb vorher gar nicht vorkam — aber sie liefern nicht ab Tag eins Besuche. Wer sie als schnellen Hebel verkauft bekommt, wird enttäuscht.
61 % kamen vom Handy
252 der 414 Besuche kamen von einem Smartphone, 127 vom Rechner. 412 aus Deutschland. Für die Praxis heißt das: Die Seite wird unterwegs geöffnet, oft zwischen zwei anderen Dingen. Was dort nicht sofort lesbar und bedienbar ist, existiert nicht.
Was dabei herauskam
Ein Kunde, der geblieben ist.
Der erste Kunde, der über die Website kam, bestellt inzwischen regelmäßig.
Wie viele Anfragen die Seite insgesamt ausgelöst hat, wird nicht gemessen. Diese Zahl steht hier deshalb nicht. Der Betrieb misst Anfragen nicht systematisch — und eine geschätzte Zahl wäre an dieser Stelle wertlos. Was zählbar ist, steht oben; was nicht, bleibt weg.
Ehrlich bilanziert
Was nach vier Monaten offen ist.
Vier Punkte, an denen die Arbeit weitergeht. Sie gehören zu dieser Auswertung genauso wie die Zahlen darüber.
Die durchschnittliche Position liegt bei 8,0 — Seite 1, aber unteres Drittel. Die Plätze davor sind noch zu holen.
Die Ortsseiten erzeugen Einblendungen, aber kaum Besuche. Daran wird weiter gearbeitet.
Es gibt keine Messung, wie viele Anfragen und Bestellungen aus der Website entstehen. Ohne die bleibt der Umsatzbeitrag eine Schätzung.
Vier Monate sind ein kurzer Zeitraum. Ob der Verlauf trägt, zeigt erst ein volles Jahr mit allen Saisonspitzen.
Für Ihren Betrieb
Was davon auf einen Blumenladen übertragbar ist — und was nicht.
Ein Großhandel konkurriert um Suchbegriffe, die kaum jemand bespielt. Ein Blumenladen steht lokal gegen viele. Diese Zahlen eins zu eins zu versprechen, wäre unseriös.
Das trägt auch bei Ihnen
- Dass der Großteil der Besuche vom Handy kommt, gilt für Blumenläden genauso — dort eher noch stärker.
- Dass eine Seite, die Sortiment und Bestellweg klar zeigt, mehr Besuche holt als eine reine Visitenkarte.
- Dass ein sauberer technischer Unterbau und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil zusammen wirken.
Das lässt sich nicht übertragen
- Die absoluten Zahlen. Ein Blumengroßhandel hat wenige Wettbewerber um dieselben Suchbegriffe, ein Blumenladen steht lokal gegen viele.
- Der hohe Anteil an Markensuchen. Der Betrieb ist seit 1973 am Markt — ein neu eröffneter Laden hat diesen Rückenwind nicht.
- Die Geschwindigkeit. Vier Monate bis zu diesem Stand sind kein Versprechen, sondern ein Verlauf unter günstigen Bedingungen.
Zweiter Betrieb
Krah + Simon, drei Filialen in Süddeutschland.
Seit dem 28. August 2026 online. Für eine Auswertung ist der Zeitraum zu kurz — Suchdaten brauchen Monate, nicht Wochen.
Deshalb stehen hier keine Zahlen. Sobald belastbare Daten vorliegen, kommen sie an dieselbe Stelle wie die oben: mit Zeitraum, Quelle und der Trennung zwischen Marken- und Sachsuche.
Weiterlesen
Passt das nicht ganz? Vielleicht eine dieser Seiten.
Viele Betriebe sind mehreres gleichzeitig — ein Hofladen mit Floristik, ein Laden mit Lieferdienst. Hier steht, was für die anderen Betriebsarten gilt.
Ihr Betrieb
Wie sieht das bei Ihnen aus?
In einem Erstgespräch schauen wir uns an, worüber Kunden Sie heute finden — und worüber nicht. Danach wissen Sie, ob sich eine neue Website für Sie lohnt. Auch wenn die Antwort nein lautet.
Alle Zahlen dieser Seite stammen aus der Google Search Console, Zeitraum 3. Mai bis 19. August 2026.